Digitale Erfassung von Eigenwasserversorgungen

Im Landkreis Cham gibt es zahlreiche private Trinkwasserversorgungen, die oft seit Generationen genutzt werden. Diese dezentralen Brunnen und Quellen werden nun in Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg digital erfasst.
Ab Februar übernehmen Studierende der Fakultät für Bauingenieurwesen der OTH Regensburg unter der Leitung von Prof. Andreas Ottl die detaillierte Katalogisierung dieser Anlagen zusammen mit dem Gesundheitsamt Cham. Den Auftakt macht der Bereich Furth im Wald, wo rund 120 Trinkwasserquellen erfasst werden.
Warum ist das Projekt wichtig?
Eigenwasserversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung im Landkreis. Doch hygienische Einflüsse, baulicher Zustand und äußere Einflüsse können die Wasserqualität beeinträchtigen. Auch klimatische Veränderungen wie starke Regenereignisse oder längere Dürreperioden können sich auf die Menge und Qualität des Wassers auswirken. Eine bessere Datengrundlage hilft, diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Ziel des Projekts „DeTriC“ ist es, Risikofaktoren zu reduzieren und eine einheitliche Datengrundlage für Behörden und Betreiber zu schaffen.
Wissenschaftliche Grundlage für nachhaltige Lösungen
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der OTH Regensburg durchgeführt und verfolgt einen klar wissenschaftlichen Ansatz. Durch die fachliche Expertise von Prof. Ottl und die Einbindung von Studierenden fließen aktuelle wissenschaftliche Methoden in die Erfassung und Analyse der Daten ein. Dies ermöglicht nicht nur eine fundierte Bewertung der Wasserversorgungsysteme, sondern auch eine praxisnahe Ausbildung für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure.
Digitale Erfassung für mehr Sicherheit
Alle gesammelten Informationen werden in eine digitale Karte überführt und mit technischen Details ergänzt. Diese Daten helfen nicht nur bei behördlichen Kontrollen, sondern bieten auch Eigentümern mehr Transparenz, etwa für Bauvorhaben, Sanierungen oder Risikoanalysen.
Zudem erleichtert das Projekt dem Gesundheitsamt die gesetzlich vorgeschriebene Überwachung der Trinkwasserqualität. Durch die neuen Daten kann gezielt auf potenzielle Risiken reagiert werden.
Wie läuft die Erfassung ab?
Die Studierenden der OTH Regensburg besuchen die Anlagen vor Ort und erfassen die relevanten Daten. Falls die Betreiber vor Ort nicht angetroffen werden, wird das Gesundheitsamt im Nachgang individuelle Termine vereinbaren. Die Studierenden können sich mit einem Dienstausweis legitimieren.